August Sander: Das Gesicht der Landschaft. Rhein und Siebengebirge.

Der Fotograf August Sander (Herdorf/Westerwald 1876–1964 Köln) genießt heute internationale Anerkennung. Seine Arbeiten sind in vielen großen Sammlungen innerhalb und außerhalb Deutschlands und in den USA vertreten.

In der Kölner Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur wird mit dem August Sander Archiv der weltweit größte Bestand zum Werk des Fotografen betreut. Zwar stand in der Vergangenheit meist Sanders Portraitwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ im Zentrum der Rezeption, doch befassten sich auch einige Publikationen und Ausstellungen mit seiner Landschaftsfotografie.

ASA7-47 August Sander: Ein Motiv aus dem Siebengebirge, 1938 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2018

ASA8-PS-337 August Sander: Kreuzkirche in Ehrenbreitstein, 1932 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2018

Ausgehend von dem umfangreichen Bestand an landschaftlichen Aufnahmen Sanders in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur werden in dieser Ausstellung vor allem die Rheinregion mit einigen unmittelbar angrenzenden Gebieten präsentiert. Im Fokus stehen neben Überblicksansichten auch botanische Motive, die Sanders große Nähe zu Natur und Umwelt verdeutlichen. Der Fotograf versuchte mit seinen Bildern, den Charakter der jeweiligen Landschaft oder Region zu beschreiben. Sander ging sogar so weit, von einer „Physiognomie“ der Landschaft zu sprechen – womit er vor allem die Wechselwirkungen zwischen natür­lichen Gegeben­heiten einerseits und den Folgen und Spuren menschlicher Aktivität anderer­seits bezeich­nete.

Die in der Ausstellung gezeigten Aufnahmen August Sanders entstanden überwiegend von der Mitte der 1920er bis zum Beginn der 1940er Jahre. Insbesondere im Siebengebirge und am Mittelrhein fand er zahlreiche seiner Motive. Sie repräsentieren eine seinerzeit moderne ästhetische Auffassung im Kontext der sachlich dokumentarischen Fotografie.

Die ausgestellten Handabzüge wurden zwischen 1992 und 2017 von den originalen Glasplattennegativen aus dem Sander-Nachlass in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur gefertigt. Einige der Motive können auf diese Weise zum ersten Mal vorgestellt werden.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Während der Ausstellung läuft im Dauerloop die WDR-Dokumentation von Anke Rebbert  (2016) „Das Auge des Jahrhunderts“ (45 Min). Zudem werden in der Medienstation Fotografien von Gerhard Fleischer (geb. 1952) zu sehen sein, die das heutige Erscheinungsbild der Motive August Sanders dokumentieren.

Kooperationspartner: Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August-Sander-Archiv Köln,   Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter und Mittelrhein-Museum Koblenz.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auch noch mal im Faltblatt zur Ausstellung:

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